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Historie

Wie kam der Fermi-See zu seinem Namen?

Anders als allgemein angenommen wird, leitet sich der Name nicht direkt von der Person des Physiker Enrico Fermi ab.

Enrico Fermi (* 29. September 1901 in Rom; † 28. November 1954 in Chicago, Illinois) war ein italienischer Physiker und einer der bedeutendsten Kernphysiker des 20. Jahrhunderts. 1938 erhielt er den Nobelpreis für Physik.

Hintergrund der ursprünglichen Namensgebung „Fermi-See“ 

Quelle: Dr. Hagen Haberland, Geschäftsführer der Fakultät für Physik am KIT

Ein "Fermi-See" beschreibt in der Physik die Gesamtheit aller quantenmechanischen Zustände, die von Fermionen (z. B. Elektronen) in einem System im Grundzustand bis zur sogenannten Fermi-Energie besetzt sind. Aufgrund des Pauli-Prinzips kann jeder Zustand nur von einem Teilchen besetzt werden. In einem idealen Fermi-Gas füllen die Teilchen daher alle Zustände mit der niedrigsten Energie zuerst auf – bis zur Fermi-Energie. Diese „gefüllten“ Zustände bilden bildlich gesprochen einen See – den Fermi-See. Der Fermi-See ist ein fundamentales Modell für das Verhalten von Elektronen in Metallen. Er erklärt, warum nur Elektronen nahe der Fermi-Energie zur elektrischen Leitfähigkeit beitragen. In der Festkörperphysik ist er Grundlage für viele Konzepte wie das Fermi-Niveau, die Fermi-Oberfläche und die Fermi-Dirac-Verteilung.

Bau und Historie des Fermi-Sees:

Die Teichanlage wurde in den 1970iger Jahren erbaut in der für die damalige Zeit typischen Architektur der Postmoderne (--> Das Design veänderte sich hin zu etwas Authentischerem, Persönlicherem, Unordentlicherem, mit Charakter, organischen Formen und Retro-Inspiration, weitere Infos wikipedia)

Damals umfasste das Konzept einen reinen Zierteich, zeitweise mit Goldfischen besetzt, Seerosen und Schilf stellten die Bepflanzung dar.

Über einige Jahre tummelten sich dann hunderte von dort ausgesetzten Fischen im Teichbecken. Die hohe Anzahl der Fische verdrängte leider alle anderen Lebensformen, so dass sich unter diesen Bedingungen keine teichtypische Flora/Fauna entwickeln konnte.

Der Fermi-See befand sich trotz ansprechender Lage leider viele Jahre im Dornröschenschlaf auf Grund vernachlässigter Pflege und fehlender Konzepte.

Naturnahe Neugestaltung

"Wo einst Algen und Schlamm dominierten, glitzert jetzt wieder Leben: Der Fermi-See auf dem Campus wurde naturnah saniert – mit klarerem Wasser, heimischen Pflanzen 🌸 und neuen tierischen Bewohnern 🐸🐟.
Dank geballter Campus-Power von Wissenschaft, Verwaltung & Studierenden ist ein echtes Best-Practice-Beispiel für Nachhaltigkeit & Teamwork entstanden! 💪🌍
Und das ist erst der Anfang: Bald laden neue Sitzgruppen, Kunstwerke & eine Picknickzone zum Verweilen ein. ☀️🪑" (Quelle: Social-Media-Beitrag des KIT , vom 08.10.2025)

Wie alles begann:

Stand Winter 24/25: Auf den ersten Blick war nur wenig Leben im Teich zu erkennen, der Untergrund bestand aus ca. 40 cm hohem Schlamm und Algen, das Schilf wucherte wild, ein kaputtes und von den Enten nicht genutztes Entenhaus vermittelte zusätzlich ein trauriges Erscheinungsbild. Da der Uferrand zu hoch überstand, bot der Teich keinen Zugang für Amphibien, auch als Wasserstelle für Wildtiere und Vögel war er nicht geeignet. Ein Zustand, den es unbedingt zu ändern und optimieren galt!

Glücklicherweise fand ein engagiertes und kundiges Sanierungs-Team aus Verwaltung, Wissenschaft und Studierenden zusammen, so dass die Umsetzung der naturnahen Neugestaltung innerhalb eines halben Jahres verwirklicht werden konnte!

Die einzelnen Phasen der Sanierung:

1. Reinigung des Teichs

- Abpumpen von Brackwasser und kniehohem Schlamm, Müllentfernung
Die noch im Teich lebenden Fische wurden eingefangen und lebend in andere Gewässer gebracht
Reinigung des Betonbeckens

2. Vorbereitende Arbeiten zur Neugestaltung

Rückschnitt des Schilfs
Abbau des Entenhauses
Abbau der Betonkübel am Ufer

3. Frischwassereinleitung und Bepflanzung

4. Einsetzen ausgewählter Fischarten

5. Schaffung von Zugängen für Amphibien durch Kiesaufschüttungen 

Zielsetzung

Planungsphase:

Zu Beginn der Überlegungen musste zunächst eine Bestandsanalyse stattfinden: Welche baulichen Voraussetzungen sind gegeben, wie könnte ein naturnahes Teich-Konzept integriert werden.
Das Betonbecken des Teichs verfügt über einen Frischwasserzulauf für  eventuell notwendige Wasserzufuhren bei Tiefstand und über einen Ablauf bei Wasserhochstand, diese beiden Faktoren erfüllten die Basis-Anforderungen zur Neugestaltung. Denn anders als bei einem Natursee befindet sich der Fermi-See in einem nicht-durchlässigen Betonbecken, ohne Zu- und Ablauf hätte es sich somit um ein stehendes Gewässer gehandelt. Ein mäßiger Wasseraustausch jedoch ist wichtig für eine gute Wasserqualität, in der dann gute Bedingungen für neues Leben gegeben sind.

Ziele der Neugestaltung:
  • Erhöhung der Uferrandzone durch verschieden große Kiesel und Buntsandsteine (regional), um damit einen Zugang für Amphibien, Vögel und Wildtiere zu schaffen
  • Modellierung der Randzonen zu einer naturnaheren Teichform mit unterschiedlichen Höhen und Zonen
  • Heimische Pflanzenarten wurden als Erstbepflanzung für eine naturnahe Teichgestaltung ausgewählt
  • 3 Fischarten besiedeln nun den Teich als „Wasserschutzpolizei“:
    Moderlieschen, Rotfeder und Stichlinge
  • Verschiedene Wasserschneckenarten haben sich bereits von selbst etabliert 
  • Erhöhung der Aufenthaltsqualität: Eine moderne Sitzgruppe lädt zum Pausieren und zu Naturbeobachtungen ein
  • Eine Stele vermittelt vor Ort Infos und News
  • Eine Picknickzone für Schulklassen und studentische Lerngruppen ist in Planung
  • Verschiedene Kunstwerke befinden sich als Ergänzung des Gesamtkonzepts in Planung