Kunst am Fermi-Teich: Eine Hommage an die Lebendigkeit

Am Fermi-Teich, dem renaturierten Physikteich auf dem Campus des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), haben die Künstler Baske und Moter vom „Team Combo“ ein Wandbild realisiert, welches die Ästhetik des Graffiti mit der wissenschaftlichen Identität des Ortes verbindet. Das Werk ist weit mehr als eine grafische Gestaltung; es ist eine künstlerische Kartografie der lokalen Biodiversität, die den Teich als lebendiges Ökosystem würdigt.
Graffiti trifft auf Ökologie Das „Team Combo“ nutzt die Dynamik der Graffiti-Kunst, um die Flora und Fauna des Fermini-Teichs neu zu interpretieren. Filigrane Skizzen von Wasserläufern, Moderlieschen und Wasserpflanzen verschmelzen mit großzügigen, abstrahierten und malerisch gestalteten Farbflächen. Ein Makro einer Königslibelle am linken Bildrand korrespondiert dabei mit einer weiteren Darstellung der Libelle am rechten Bildbereich. Durch diese Kombination aus naturgetreuen, skizzenhaften Details und kraftvollen, reduzierten Formen entsteht eine lebendige visuelle Sprache, die die Bewegung über und unter der Wasseroberfläche direkt auf die Wand überträgt.
Die Farbe des Ökosystems Die Farbpalette wurde direkt aus der Umgebung abgeleitet: Sie spiegelt die intensiven Grüntöne der Wasserpflanzen, das Blau des Wassers und die leuchtenden Akzente der Uferblüten wider. Die künstlerische Handschrift von Baske und Moter macht dabei die verborgene Vielfalt in einer modernen, künstlerischen Form sichtbar.
Energie als verbindendes Element Das Herzstück des Designs ist die zentrale Botschaft: „Energy is conserved and cannot be created or destroyed“. Dieser fundamentale Leitsatz der Thermodynamik, der eng mit dem wissenschaftlichen Selbstverständnis des KIT verknüpft ist, findet hier eine poetische Entsprechung. Die Energie, die in den biologischen Prozessen des Teichs fließt – im Wachstum der Pflanzen, in der Bewegung der Tiere und im stetigen Stoffwechsel des Gewässers – wird durch die künstlerische Gestaltung in einen größeren physikalischen Kontext gerückt.
Das Wandbild schafft damit eine Brücke zwischen der präzisen Welt der Physik und der ungebändigten Vitalität der Natur. Es lädt dazu ein, den Campus als einen Ort zu begreifen, an dem sich Forschung und urbane Kunst begegnen und in dem Energie in all ihren Formen – ob physikalisch oder biologisch – bewahrt und neu geformt wird.
(Autoren: Team Combo)

